19. Tag, Donnerstag, 2014-08-14, 61 km/d (Fahrrad) + 64 km (Zug), 14 km/h, 4:20 Stunden, Agara

Tag des Windes und des Zugs

1 Sache hat bisher gefehlt auf der Tour (hätte ich fast vergessen): Gegenwind! Heftiger Gegenwind aus Ost, Windstärke 8. Meine Strecke geht nach Ost. Temperatur: 42* C!

Bereits morgens, als ich mit meinen 4 Satteltaschen in den Händen das Hotel verließ, hätte eine Windboe mich fast umgeblasen. Naja, dachte ich; Wenn der Wind aus der richtigen Richtung kommt …

Erstens kommt sowieso alles anders und zweitens als man denkt.

Von Kutaisi aus kämpfte ich mich bis 14:00 Uhr sage und schreibe 28 km mit einem Schnitt von 7 km/h durch die überwiegend flache Landschaft. Der Wind fegte mich oft einfach von der Straße auf den unbefestigten Straßenrand, manchmal auch weiter auf die Straße.

Ich dachte (mal wieder), vielleicht ändert sich das mittags. Wie kanns anders sein? Es änderte sich nicht.

Da beschloss ich, zur nächsten Eisenbahnstation in Zestafoni zu fahren und mal das Schienennetz in Georgien kennen zu lernen.

16:30 Uhr kam ich an, orientierte mich erstmal und kaufte dann eine Fahrkarte bis zum 70 Bahnkilometer entfernten Kashuri, die nächste größere Stadt. Preis: 0,22 Euronen! 22 Eurocent! Für 70 km.

2 Waggons standen schon bereit. Die Lok fehlte noch. Abfahrt war um 16:55. Das passt genau.

Die Einstiegshöhe lag allerdings ähnlich unseren für Radfahrer „komfortablen“ Eurocity-Zügen (EC) ungefähr bei 1,50 m, senkrechter Einstieg. Da der Zug hier aber begann und ich noch genug Zeit hatte, ging das Einladen relativ schmerzfrei vonstatten. Nur: das Fahrrad will erstmal 1,50 m hochgehoben und von unten/außen reingeschoben werden.

Es folgte eine Fahrt durch einen wunderschönen Canjon. Subtropisches Grün, Bambus, Palmen, Akazien und Eukalyptus … bis in die Khashuri-Hochebene (600 m ü. N. N.).

Der Ausstieg gestaltete sich ähnlich entspannt wie der Einstieg, da der Zug in Khashuri endete.

Hotelsuche erfolglos! 30.000 Einwohner, für georgische Verhältnisse ein Mittelzentrum und kein einziges Hotel!

Passanten, Taxifahrer und ein Polizist nannten alle als nächsten Ort mit Hotel Agara, 20 km entfernt Richtung Tiflis. Und es war schon spät. Die Sonne stand schon am Horizont, das zur abendlichen Jagd auf Fahrradfahrer rufende Hundegebell war auch schon zu hören.

Also: Licht checken, Signalsack über das hintere Gepäck und los. Es war viel Verkehr. Plötzlich schoß aus einer Tankstelle ein mittelhoher Hund laut bellend auf mich zu und schnappte nach meiner Wade. Mit seiner feuchten Nase berührte er sie schon. Erst nach dem Einsatz von Abwehrspray ließ er von mur ab. Das, was in Rumänien sehr häufig vorkam, war auf dieser Tour jetzt der erste Hundeangriff, der ohne Abwehrspray Erfolg gehabt hätte.

Im Dunkeln erreichte ich schließlich total ermattet das Hotel.

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