24. Tag, Dienstag, 2014-08-19, 71,4 km/d, 12,9 km/h, Anstieg: 718 m, Abstieg: 513 m, 5:33 Stunden, Säki

Es gibt 3 Hauptrouten, um in Aserbaijan nach Baku zu kommen. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in Verkehrsaufkommen, Art des Verkehrs, Länge, Schönheit und (Steigungs-) Profil.

Die südliche (M1, dann M4) zweigt bereits in Georgien hinter Tiflis über Rustavi ab und geht fast gerade ans Kaspische Meer, um dort nach Norden abzuzweigen bis Baku. Rennstrecke! Hier läuft der gesamte internationale (Fern-)Verkehr nach Azerbaijan und der Transit nach Südrussland, Iran, Kasachstan und mehr lang. Sehr viele große LKW, die oft schon tagelang unterwegs sind.

Es ist sehr trocken, über weite Strecken oft wüstenartig, extrem staubig und abgasreich. Es ist mit Abstand die längste Strecke, landschaftlich wenig abwechslungsreich, aber: Es ist die Strecke mit den geringsten Steigungen.

Die mittlere und nördliche Strecke kommen zusammen über den Grenzübergang Lagodekhi/Balakan rein und verzweigen sich erst hinter Zaqatala.

Die mittlere verläuft zunächst Richtung Süden, dann als M1 weiter über Agdas, Göycay und Samaxi nach Baku. Viel nationaler und regionaler Verkehr, landschaftlich wesentlich schöner als die Südroute, allerdings auch steigungsreicher.

Die nördliche, verkehrsärmste und kürzeste zweigt hinter Zaqatala ab nach Qax (gesprochen: „Gach“) und verläuft weiter über Säki, Gabala, Ismayilli und Samaxi zum Ziel. Sie verläuft am Fuß des großen Kaukasus, ist daher die steigungsreichste, mit Abstand aber auch die schönste.

Ich hatte alle 3 Routen geplant und die Wahl von der zur Verfügung stehenden Zeit und körperlichen Verfassung abhängig gemacht. Kurz hinter Zaqatala, an der „entscheidenden“ Kreuzung, nahm ich die nördliche Route.

Wunderschön ging es immer am Fuß des großen Kaukasus entlang. Teilweise 7 km lange Anstiege wurden belohnt mit ebenso langen Abstiegen, bei denen man kaum bremsen muss. Es ist zwar kraftraubend, die Entscheidung für diese Route wird aber mit grandiosen Ausblicken bestätigt.

Nach dem Abzweig hinter Zaqatala Richtung Qax wurde die Straße immer schlechter. Spurrinnen brachen auf, Schlaglöcher erstreckten sich immer häufiger über die gesamte Fahrbahnbreite. Der Anteil der befestigten Straßendecke nahm stetig ab, bis irgendwann nur noch Schotter vorhanden war. Über 20 km ging es nur noch im 1. Gang voran, wobei das Fahrrad oft nicht gehalten werden konnte. Umkehren war auch keine Lösung, da ich sonst wieder bergauf hätte fahren müssen.

Mein sonst großzügiger Wasservorrat neigte sich langsam auch dem Ende. Es gab kilometerlang keine Einkaufsmöglichkeit. Das ist bei Temperaturen über 40* C nicht witzig. Ohne Essen kommt man oft viele Tage zurecht, ohne Wasser kann bei Hitze, Sonne und Wind schon ein Tag bedrohlich werden. Zum Glück kam rechtzeitig eine Wasserstelle, an der ich meine Trinkwasserflaschen auffüllen konnte.

Nach 2 km kam dann, wie konnte es anders sein, ein Market mit Wasser, Fanta, Cay (Tee), Eis, Snickers und was das Radfahrerherz sonst noch so benötigt.

Säki (ausgesprochen: Schäke) hatte ich bereits als Tagesziel gewählt und war mir sicher, dass ich in 30 Minuten dort ankomme. Die letzten 8 km ging es dann aber nur noch im 1. Gang bergauf. 1 1/2 Stunden sind es dann gewesen und es wurde gerade dunkel, als am Ortseingang plötzlich ein nobles Restaurant auftauchte. Ich fragte nach einem Hotel. Ein gut englisch sprechender Mann, der im russischen Petersburg arbeitet und aus Säki kommt, besorgte mir in dem Restaurant ein Zimmer. Dort fand eine sehr große azerbaijanische Hochzeit mit entsprechend gekleideten Gästen statt.

Leider gab es dort kein WLAN, sodass ich keinen Bericht veröffentlichen konnte.

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