25. Tag, Mittwoch, 2014-08-20, 92 km/d, 14,6 km/h, 6:15 Stunden, Gabala

Trockentäler bestimmen die Etappe

Der englisch sprechende Mann erklärte mir beim Frühstück, dass ich mich bei einer Migrationsbehörde trotz Visum bei Aufenthalten, die länger als 3 Tage dauern, registrieren lassen muss. Strafe bei Nicht-Regustrierung: 500 €! Das hatte mir keiner gesagt. Also fuhr ich zuerst zur Behörde in der Stadt. Dort erklärte man mir, dass es eine Zweigstelle gibt, die ich aufsuchen müßte. Sie liegt etwa 1 km außerhalb der Stadt an der Straße Richtung Gabala. Bergab! Ok. Dort erklärt man mir eindringlich, dass nur die Behörde in der Stadt die Bescheinigung ausstellen kann. Ich dürfe nicht den Haupteingang, sondern müsse den Nebeneingang wählen.

Hat jemand schon einmal Asterix und Obelix in Rom gelesen? Sehr empfehlenswert in Sachen Verwaltung. So habe ich mich gefühlt.

Also wieder bergauf. Es waren jetzt schon 39* C. Dort erhielt ich tatsächlich die kostenlose Bescheinigung.

Nur: Dort sitzt eine Frau von einer Fremdfirma. Die muss die Bescheinigung ausfüllen. Das kostet 3 Euro. Ich kann die Bescheinigung nicht ausfüllen. Keiner kann das. Die Bescheinigung selbst ist selbstverständlich kostenlos … 😠

Die Karte und auch Google Maps zeigten für den heutigen Tag eine den Höhenlinien entlang laufende, gerade Strecke am Rand des Tals vor dem großen Kaukasus an. So war es aber leider nicht.

Von Säki ging es nach Fortsetzung der letzten Steigung vom Vortag zunächst steiler als bisher wieder hinunter ins Tal. Die Strecke verlief eine zeitlang parallel zum Gebirge, um sich dann wieder über 7 bis 10 km lange steile Abschnitte, die im 3. oder 4. Gang gefahren werden konnten (8-10 km/h), zu nähern. Oben kam dann eine Brücke über das im Sommer trockene, sehr breite Schmelzwassertal. Anschließend ging es wieder steil bergab.

Das wiederholte sich mehrfach. Erinnerungen an Bulgarien oder die Strecke östlich Istanbul kamen auf.

Der Grund für diese Straßenführung ist, dass die gewaltigen Wassermengen im oben engen Tal noch zusammen gehalten werden. Dort können Brücken gebaut werden. Im unteren Bereich ändern die Schmelzwasser oft den Lauf. Die Flussläufe werden dort manchmal mehrere Kilometer breit. Brücken können dort nicht gebaut werden.

Tagesziel war eigentlich das laut Karte 107 km entfernte Ismayilli. Google Maps gab einen ähnlichen Wert aus. Durch die veränderte Streckenführung hatte ich jedoch abends erst in der Dämmerung nach 92 km Gabala erreicht. Nach Ismayilli waren aber noch 40 km zu fahren! Gewaltige Umwege.

So nahm ich in Gabala ein Hotelzimmer, in dem ich nach essen und duschen sofort total ermattet einschlief. Nichts ging mehr.

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